Jahrbuch für mitteldeutsche Kirchen- und Ordensgeschichte
12. Jahrgang 2016


Format: 16 x 23 cm · Umfang: VIII, 352 Seiten · Broschur ·
Preis: 19,90 Euro · ISBN 978-3-939848-52-3 · ISSN 1861-7662

Inhaltsverzeichnis des 12. Jahrgangs 2016
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Eine wichtige Rolle spielen für die Diözesangeschichtsschreibung die kirchengeschichtlichen Lehrstühle an den theologischen Fakultäten der Ausbildungseinrichtungen auf dem Territorium der Mitteldeutschen Kirchenprovinz. In Erfurt ist im vergangenen Jahr der Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit neu besetzt worden. Es fügt sich gut, dass eine leicht überarbeitete Fassung der Antrittsvorlesung von Professor Dr. Jörg Seiler in diesem Band widergegeben werden kann.

Die Ereignisse des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren spiegeln sich in einem Aufsatz, der das Kriegstagebuch eines deutschen Jesuitenbruders zum Thema hat. Die Geschichte des Erfurter Dombergs im Zweiten Weltkrieg behandelt ein dritter Aufsatz, während ein vierter eine moderne Interpretation von Reliquienverehrung in einer Pfarrkirche an der westlichen Grenze des Erzbistums Paderborn in den Blick nimmt, in deren Altar Schriftzeugnisse von Widerständlern gegen das NS-Regime auf­bewahrt werden.

Drei kleinere Beiträge befassen sich mit der tausendjährigen Geschichte der heutigen Magdeburger Kathedralkirche St. Sebastian, mit der Geschichte des Seligsprechungsprozesses des dänischen Anatomen und Naturforschers sowie späteren Weihbischofs in Schwerin, Niels Stensen, und mit dem Schicksal des mit der westfälischen Stadt Hamm verbundenen Ordens­mannes Bernhard Ketzlick MSC als Zeugen der christlichen Botschaft im Dritten Reich.

In einer Miszelle wird über Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Kapuzinessenklosters in Paderborn berichtet.

Die Chroniken der theologischen Ausbildungsstätten in Paderborn, Erfurt und Fulda dokumentieren in gewohnter Weise das wissenschaftliche Leben auf dem Gebiet der Kirchenprovinz.

Auch zwei kirchengeschichtliche Quellen ganz verschiedener Provenienz und Entstehungszeit können präsentiert werden, indem einmal über den Verfasser einer in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstandene Versdichtung gehandelt wird, die sich an Schüler bzw. junge Studierende jener Zeit richtet und weiterführende Einblicke in den Schul- bzw. Lehrbetrieb an der Artistenfakultät sowie den außeruniversi­tären Bildungseinrichtungen im Erfurt des 15. Jahrhunderts erlaubt. Einen Blick in die Verhältnisse der unmittelbaren Nachkriegszeit dagegen vermittelt der im Nachlass eines Jesuitenpaters aufgefundene Bericht einer kleinen Gruppe Köl­ner Jugendlicher, die als Abordnung des Bundes Neudeutschland im Frühjahr 1946 zur Beisetzung des Bekenner­bischofs Clemens August Graf von Galen nach Münster reisten.

Im Dokumentationsteil des Bandes wird über die jährliche Tagung des Arbeitskreises Ordensgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie über die Verabschiedung des langjährigen Direktors der Forschungsstelle der Kommission für Zeitgeschichte in Bonn und Erfurter Honorarprofessors Karl-Joseph Hummel berichtet.

Der Rezensionsteil bietet wieder einen kritischen Überblick über eine Auswahl der neu erschienenen Literatur zu Themen der mitteldeutschen Kirchen-  und Ordensgeschichte, und die Nekrologe der im vergangenen Jahr in den Diözesen der Kirchenprovinz verstorbenen Geistlichen wollen schließlich zur Pflege des Andenkens der Seelsorger dieses Territoriums beitragen.

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